Spontane No-Budget-Tour von Husum nach Klanxbüll/Sylt

Eigentlich ist es nicht besonders wichtig aber ich wollte trotzdem davon berichten, was ich in den nächsten Tagen so vorhabe.

Da ich am Montag sowieso auf Sylt sein muss (dort findet ein Seminar statt, an dem ich teilnehme) habe ich mir überlegt, dass es doch noch schöner wäre, einen Teil des Weges aus eigener Kraft zurückzulegen. Der ganze Weg wäre natürlich das Optimum aber da das Fahrrad aufgrund logistischer Grenzen für mich weg fällt werde ich wandern, was wiederum die gesamte Strecke (von Kiel nach Klanxbüll) ausschließt.

Ich habe mich ziemlich spontan (genau gesagt: heute morgen) für diese kleine Wanderung entschieden und werde diese alleine machen. Mitnehmen werde ich Kleidung, Zelt, Isomatte, Schlafsack und alle anderen Notwendigkeiten in meinem großen Wanderrucksack. Auf einen Kocher werde ich verzichten, da ich erstens keinen eigenen habe und so schnell keinen leihen könnte, zweitens gerne etwas Gewicht sparen möchte, drittens glaube, dass ich auch mal ein paar Tage ohne warmes Essen auskomme und viertens keinen Kocher im Gepäck haben möchte, den ich nur an drei von 25 Tagen brauche.

Zelten werde ich vermutlich „wild“ also außerhalb von Campingplätzen (es sei denn, einer liegt genau dort, wo ich halt machen will). Wie ich damit zurecht komme, darauf bin ich schon sehr gespannt weil ich einerseits ein sehr ängstlicher Mensch bin, andererseits nicht wirklich glaube, dass etwas passieren kann.

Insgesamt wird das also eine No-Budget-Tour oder immerhin eine Low-Budget-Tour. Vor allem natürlich, weil ich das alles sehr kurzfristig geplant habe und gar nicht erst viel Geld für Dinge ausgeben konnte. Allerdings finde ich den Gedanken, Urlaub zu machen und nicht mehr Geld, als im Alltag auszugeben sehr interessant. Ich habe nicht besonders viel Geld zur Verfügung und werde es auch die nächsten Jahre nicht haben also ist es für mich die einfachste Möglichkeit, Urlaub zu machen.

Das war’s erst einmal, ich muss noch einige Vorbereitungen treffen (ein paar Sachen und Essen einkaufen, Telefonate führen) und dann geht es auch schon los!

Ich habe übrigens vor mit komoot zu wandern. Das ist eine App bzw. eine Internetseite, auf der man Fahrrad- Wanderrouten ausarbeiten und speichern kann. Kauft man sich das Komplett-Paket für (momentan) 20€, kann man ganz bequem zu Hause die Karten herunterladen und hat dann unterwegs auch ohne Internetempfang eine perfekte Navigationsgrundlage zur Verfügung. So klein, wie dieser Blog ist, dürfte eigentlich klar sein, dass ich nicht gesponsert werde oder ähnliches aber ich betone einfach mal, dass ich selber auf die App gekommen bin und mir das Komplett-Paket auch selber gekauft habe. Ich erwähne komoot hier einfach, weil die Navigation nunmal ein sehr wichtiger Bestandteil einer Wanderung ist und auch einige interessieren dürfte. Wenn ich wieder Zuhause bin habe ich übrigens vor, die Wanderung auf komoot zu veröffentlichen, das lässt sich dann sicherlich auch hier verlinken.

Die Straße gleitet fort und fort

Ich sitze momentan noch die letzten beiden Monate meines freiwilligen ökologischen Jahres aus (versteht das bitte nicht zu negativ, es ist absolut nichts gegen das FÖJ an sich, die Beschäftigungen sind bloß nichts für nicht) und habe danach zwei komplette Monate bis zum Wintersemester frei.

Besonders, da während des letzten Jahres einen Vorgeschmack bekommen habe, wie es ist, mit unter 30 Tagen Urlaub im Jahr zurechtzukommen, habe ich mir schon länger vorgenommen, diese zwei Monate am Stück ausgiebig zu nutzen.

Und es wechselte immer wieder…

Mittlerweile habe ich allerdings eine recht genaue Vorstellung, wie ich diese Zeit nutzen will und dachte mir, dass ich das mal veröffentliche. Erstens seid ihr dann ungefähr im Bilde, was ich wann mache (und warum ich vielleicht gerade noch weniger schreibe also sonst schon) und zweitens interessiert es evtl. jemanden in einer ähnlichen Situation und zeigt ihm oder ihr eine vorher noch gar nicht bekannte Möglichkeit.

Fangen wir also an mit dem August:

Ich weiß noch nicht, ob ich wirklich punktgenau am 31. Juli aufhören werde (das ist beim FÖJ relativ locker) und auch noch nicht, wann mein ganzer Kram und ich in Kiel vom Transporter aufgegabelt und nach Hause gebracht werden. Allerdings wird das ziemlich sicher irgendwann in der ersten Augustwoche passieren, deshalb plane ich für die gesamte Woche nichts anderes ein. So ein Umzug ist ja auch nicht komplett an einem Tag gemacht, auch das einpacken und Zuhause wieder auspacken gehört ja dazu und nimmt einiges an Zeit in Anspruch.

Die zweite Augustwoche habe ich dafür umso intensiver verplant. Dann werde ich mir einen Traum erfüllen und eine Sprachreise nach Spanien machen. Um es genauer einzugrenzen: ich werde bis zur fünften Augustwoche bzw. bis zur ersten Septemberwoche in Salamanca sein, in einer spanischen Gastfamilie leben und einen Sprachkurs besuchen. Mein Großvater liegt mir schon länger mit dem Vorschlag in den Ohren und da ich jetzt endlich mal genügend Zeit am Stück habe kann ich sie auch nutzen. Ich habe in der Oberstufe zwei Jahre lang Spanisch gelernt und besuche hier einen Spanischkurs der VHS aber so richtig flüssig will mir diese Sprache doch noch nicht von den Lippen kommen. Das und mein Wissen über Spanien an sich werden durch diese vier Wochen hoffentlich positiv beeinflusst.

Eigentlich wollte ich ja auch noch für drei bis vier Wochen nach Dänemark und dort wwoofen (wer nicht weiß, was das ist guckt am besten hier nach: http://www.wwoof.dk/) weil ich in letzter Zeit so eine unglaubliche Liebe zu der Sprache, dem Land und den Leuten entwickelt habe. Allerdings ist mir dann in der detaillierteren Planung aufgefallen, dass ich einen so langen Zeitraum gar nicht mehr einbauen kann und weniger lohnt sich in meinen Augen nicht. Gegen den Spanienaufenthalt wollte die Dänemarkreise aber auch nicht tauschen da mein Interesse an Dänemark glaube ich nicht wesentlich geringer sein wird in einem Jahr und ich jetzt noch verhältnismäßig viel Spanisch im Kopf habe. Außerdem will ich lieber erstmal ein mir bisher unbekanntes Land (ich war noch niemals auf dem spanischen Festland und habe deshalb gar keine Vorstellungen vom Leben dort) grundlegend kennen lernen als ein Land, was ich kenne (in Dänemark war ich schon mehrmals und auch über mehrere Wochen) im Detail zu erforschen. Und wwoofen kann man auch relativ spontan in den Semesterferien mal.

Aber weiter in der Planung: in der ersten Septemberwoche werde ich wieder in Deutschland ankommen und gleich weiter machen im intereuropäischen Potpourri, indem ich bis zur zweiten Septemberwoche an einem europaweiten Chorfestival in Wolfenbüttel teilnehmen werde. Vielleicht lässt sich dabei auch mein frisch gelerntes Spanisch noch etwas festigen… ;D

Den Rest des Septembers habe ich tatsächlich noch nicht nahtlos mit Terminen gepflastert, allerdings steht evtl. noch eine Fahrradtour bzw. ein Urlaub mit einer sehr guten Freundin an, dafür halte ich mir diesen Zeitraum vorerst frei. Falls sie da keine Zeit haben sollte habe ich eben mal zwei Wochen wirklich frei, was ja nach dem ganzen Programm sicherlich nicht verkehrt ist. Und Anfang Oktober werde ich dann ja auch schon wieder weiterziehen, nämlich nach Hannover.

Die Straße gleitet fort und fort,
weg von der Tür, wo sie begann,
weit über Land, von Ort zu Ort,
ich folge ihr, so gut ich kann,
ihr lauf’ ich raschen Fußes nach,
bis sie sich groß und breit verflicht’
mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiß es nicht.

J.R.R. Tolkien

 

Weltbeste Schokocreme

Früher war ich ein absoluter Chocoholic. Für mich gab es die Einheit „Stückchen“ schon gar nicht mehr, es musste gleich eine ganze Tafel sein. Irgendwann fiel mir dann auf, dass ich so ungefähr ab dem zweiten Stück gar nicht mehr genieße sondern nur noch wie ferngesteuert nachschiebe. Das war dann auch ungefähr der Punkt, an dem ich meinen Süßigkeitenkonsum mal überdachte und daraufhin deutlich zurückschraubte. Mittlerweile kaufe ich schon seit einigen Monaten keine Süßigkeiten mehr und esse höchstens bei der Arbeit mal einen Keks oder ein Stück Lakritz (was ich dann aber auch richtig genieße). Ich habe keine Ahnung, woran es liegt, aber Heißhunger habe ich glücklicherweise nicht ernsthaft. Jedenfalls nicht auf Naschis. Nichtsdestotrotz finde ich den Geschmack von Kakao immer noch seeeeeehr lecker, nur dieses „schmierige“ Gefühl, was Schokolade im Mund verursacht mag ich überhaupt nicht mehr. Alternative Formen sind da die Trinkschokolade (deren Zubereitung so simpel ist, dass ich sie eher nicht erläutere) oder die Schokocreme für auf ’s Brot. Und schon sind wir beim Problem: es gibt einfach nichts vernünftiges zu kaufen! Und ich gucke nach so etwas ja schon ausschließlich im Bio-Bereich…

Entweder es ist Milch drin, was ich nicht unbedingt haben muss. Oder es explodiert vor Zucker. Bei Palmöl bin ich auch tendenziell eher vorsichtig. Und dann gibt es ja leider selbst unter Bio-Produkten noch diejenigen mit einer Zutatenliste wie vom Vielsafttrank. Nee danke, da lege ich lieber selbst Hand an. Noch von meiner Oma kannte ich das simple Rezept der „Schokobutter“ das da heißt, Butter, Honig und Kakaopulver nach belieben zu vermischen. Relativ simpel und zufriedenstellend allerdings fehlte mir da immer noch etwas, um den Geschmack abzurunden und nicht jede einzelne Zutat zu deutlich herausschmecken zu lassen. Und endlich, ENDLICH bin ich drauf gekommen. Deshalb hier mein ungefähres Rezept:

1 Teelöffel Margarine

1-2 Teelöffel Honig

1-2 Teelöffel Kakao

und…täterätäääää: 1 Teelöffel Erdnussmus!!!

Ich habe das ganze auf einer Untertasse mit einer Gabel zermatscht bis es gut durchmischt war. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass es sich sehr gut im Wasserbad vermischen lässt und dann auch hinterher wieder aushärtet. Außerdem ist sehr deutlich zu sehen, dass die Mengenangaben nach Gefühl und Geschmack sind. Nächste Woche werde ich wohl die Wasserbadidee durchführen und dann gleich ein ganzes Glas machen, dann kann ich genauere Mengen hinzufügen.

In der spontanen Version war ich jedenfalls sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Natürlich ist es immer noch weit davon entfernt, gesund zu sein aber das war ja auch gar nicht mein Ziel. Und wenn ich täglich eine Scheibe Brot mit dem Zeug esse wird mich das auch nicht krank machen. Vor allem wenn die Alternative Marmelade wäre…

Und noch ein paar Veränderungsvorschläge:

Wer den Erdnussgeschmack nicht so sehr mag kann natürlich auch jedes andere Nussmus verwenden. Ich mag das so aber sehr gerne und finde anderes Nussmus ehrlich gesagt auch zu teuer.

Ich bin ein sehr kakaoliebender Mensch, weshalb ich meine Schokocreme eher in Richtung zartbitter mache. Wenn man das nicht so mag kann man natürlich weniger Kakao (und vielleicht etwas mehr Honig und Nussmus) nehmen.

Genauso kann man es natürlich den anderen Vorlieben anpassen. Statt Honig lässt sich garantiert auch Agavendicksaft oder andere sirupartige Süße verwenden. Nur zu flüssig sollte es nicht sein, sonst läuft die Creme weg. Aber natürlich kann man auch die Margarine durch Butter ersetzen wenn man das lieber mag oder gerade da hat.

Und zu allerletzt lässt sich natürlich auch noch mehr rein tun: Kokosraspeln, gemahlene Nüsse, geröstete Nüsse… Der Fantasie sind da quasi keine Grenzen gesetzt.

Na denn, viel Spaß beim Nachmachen, guten Appetit und schönes Wochenende!

Ich verzichte, also bin ich?

Als relativ konsequente Vegetarierin und Nicht-Trinkerin (in Bezug auf Alkohol, versteht sich) stelle ich mir schon seit einiger Zeit die Frage, ob dieser „Verzicht“, den ich praktiziere, wirklich richtig ist. Besonders, da in den letzten Wochen auch noch Milch(produkte) und Zucker mit auf diese Liste gekommen sind und ich damit immer mehr zum Sonderling unter „normalen“ Leuten werde.

Besonders im Bezug auf Alkohol wurde mir schon sehr oft (vor allem von Gleichaltrigen) vorgeworfen, ich würde doch lediglich nichts trinken, um mich ihnen gegenüber überlegen zu fühlen. Auch, dass ich mal ein Auge zudrücken und „mein Leben/meine Jugend genießen“ sollte, habe ich schon häufig gehört. Genau dieser „Genussaspekt“ wird immer wieder aufgerollt, wenn man als „Verzichtende“ aus der Reihe fällt, egal, ob es um Alkohol, Fleisch, Zucker, Zigaretten oder sonst was geht.

Tatsächlich muss ich an dieser Stelle einräumen, dass ich mit einem Teil dieser „Genussmittel“ keine bis kaum Erfahrung gemacht habe und daher gar nicht subjektiv bewerten kann, ob ich sie genießen kann oder nicht. Ich war noch nie in meinem Leben betrunken, mein bisheriger Alkoholkonsum beschränkt sich auf einen Schluck Abendmahlswein (pfui Teufel!), ein Viertel Glas Federweißen (genauso ekelig, nur um einiges süßer) und etwas Sangria (eigentlich ganz lecker aber einen Fruchtsaft finde ich immer noch besser). Noch nie konsumiert habe ich die ganzen „härteren“ Drogen wie Zigaretten, Shisha, Cannabis, Crystal und Co. Zucker, Fleisch und Milch kenne ich da natürlich schon wesentlich besser.

Aber muss ich wirklich etwas ausprobiert haben, um danach erst entscheiden zu können, ob ich das weiter konsumieren will oder nicht? Es gibt zahlreiche Ergebnisse aus Studien und Versuchen, die mir zeigen, dass mein Lebensstil im Vergleich eher gesünder ist als der des Durchschnittsdeutschen. Und besagter Durchschnittsdeutscher macht es ja bei der Entscheidung, was genießbar ist und was nicht, auch nicht anders und geht dabei sehr nach persönlichen Vorlieben. Schließlich würden die wenigsten hier Hundefleisch, Insekten oder pure Algen essen. Einfach aus einer persönlichen Entscheidung heraus (die mit simplem Ekel vielleicht aber auch Wissen begründet sein kann), die ich genauso für mich getroffen habe. Jeder setzt eben seine eigenen Maßstäbe, was er konsumieren will und was nicht und fühlt sich damit meistens auch am wohlsten. Ich fühle mich sehr wohl damit, keinen Alkohol zu trinken (oder höchstens mal zu probieren, s. o.) und weniger Zucker zu mir zu nehmen weil es mir eben wichtig ist, meinen Körper so wenig wie möglich zu vergiften und mich gesund zu fühlen. Genauso glaube ich aber auch jedem, der sagt, dass er sich mit dem Feiern am Wochenende und den damit verbundenen Cocktails am wohlsten fühlt. Bei dem hat dann eben die Stimmung und die Wirkung des Alkohols Priorität und das ist in Ordnung so. Selbst wenn jemand schon so viel von etwas konsumieren würde, dass er sich damit vergiftet, würde ich das akzeptieren, solange sich dieser jemand damit wohl fühlt und es seine Entscheidung ist, so viel zu konsumieren (während bei einer Entscheidung aus der Sucht heraus natürlich geholfen werden muss).

Was ich damit sagen will: jeder hat seine eigenen Grenzen, was Genuss und Verzicht angeht. Und um auf den Titel einzugehen: ich verzichte nicht, ich genieße nur. Alkohol, Fleisch, Milch und Zucker kann ich eben aus unterschiedlichen Gründen nicht genießen, deshalb tu ich mir diese „Genussmittel“ nicht an, warum sollte ich?

Wenn mehr Menschen das so sehen würden, gäbe es glaube ich wesentlich weniger unnötige Diskussionen und Konfrontationen.

Deshalb: Denkt mal drüber nach!

Eure Hanna

Mal geht`s rauf und mal geht`s runter

Während sich mein inneres Gerüst im Februar wieder zu stabilisieren begann, kommt es mir doch im Moment wieder reichlich wackelig vor. Dennoch schätze ich meine momentane Lage besser ein, als noch Ende letzten Jahres. Da ging es nämlich gefühltermaßen nur runter während es in letzter Zeit eher schwankend ist.

Mein Job (das FÖJ) hat dabei eindeutig den „Runter-Part“: es macht mir einfach nicht genug Spaß, als dass ich mich jeden Morgen aufraffen könnte dafür aufzustehen. Tu ich aber das nicht, bleibe ich meistens den ganzen Tag Zuhause weil es mir schlichtweg zu peinlich wäre, erst Mittags im Büro aufzutauchen. Deshalb Notiz an mich für die Zukunft: meine Alltagsbeschäftigung sollte regelmäßig sein, mich beschäftigen, mich nicht komplett auf mich allein stellen und zumindest teilweise Bewegung (an der frischen Luft) beinhalten. Womit wir auch schon beim schöneren Teil wären, den Aufwärtsbewegungen. Die werden nämlich maßgeblich durch Sport beeinflusst wie ich festgestellt habe. Ich war noch nie ein besonders sportlicher Mensch, habe aber in den letzten Jahren entdeckt, dass man Sport ja nicht immer nur für andere machen muss und auch selber viel Spaß daran haben kann. So hatte ich im letzten Jahr besonders viel Spaß am Inlinerfahren und am Windsurfen. Leider sind das beides Sportarten, die sich im Winter und teilweise auch schon im Herbst nicht mehr besonders gut ausführen lassen. Aber auch inzwischen, wo das Wetter in Norddeutschland schon recht frühlingshaft ist habe ich mit beidem noch nicht angefangen sondern mir das Laufen als Ziel gesetzt. Ich laufe jedes Jahr bei einem Lauf fünf Kilometer mit und will es endlich mal schaffen, die in unter 30 Minuten zu schaffen. Vor allem aber will ich Spaß am Laufen haben! Der war nämlich bei meinen letzten Laufversuchen eher Mangelware. Nachdem ich mir aber jetzt die App C25K (das steht amüsanterweise  für Couch to 5K also für „von der Couch zu fünf Kilometern“) runtergeladen habe und ein paar Male damit gelaufen bin, bin ich aber zuversichtlich, dass auch ich Spaß am Laufen haben kann. Die App hilft mir dabei sehr denn solange ich ohne einen genauen Plan im Hintergrund einfach drauf los lief, bin ich wohl einfach zu schnell über einen zu langen Zeitraum gelaufen, was für mich einfach nur eine Qual war. Klar, die Kondition muss sich ja auch erstmal aufbauen! Das Laufen pusht mich auch psychisch definitiv und ich freue mich schon richtig auf einen fitten Sommer! Laufen nach einem Laufplan mit sich abwechselnden Lauf- und Gehetappen kann ich jedem Menschen, der bis jetzt glaubte, das Laufen wäre nichts für ihn, nur empfehlen. Ob das ein Plan aus dem Internet, einem Buch oder eben einer App ist, ist ja für das Ergebnis nicht wichtig. Mir hilft die App auf jeden Fall weil sie mein Handy am Ende jeder Etappe vibrieren lässt und ich so nicht immer wieder beim Laufen auf die Uhr oder aufs Handy gucken muss.

Ansonsten steht in fast einem Monat ein Urlaub auf Gran Canaria mit meiner Familie an. Nicht besonders umweltfreundlich, ich weiß aber da ich ansonsten ja schon ziemlich klimafreundlich lebe, ertrage ich das schlechte Gewissen und freue mich tierisch darauf, eine Woche lang im Sommer laufen zu können.

Hanna

Wohlstand≠Kontostand

Das stelle ich in letzer Zeit immer häufiger fest. Seit über einem halben Jahr lebe ich jetzt von meinem FÖJ-Gehalt und meinem Kindergeld plus einem kleinen Zuschuss von meinen Eltern. Zusammen sind das ziemlich genau 600 €. Davon bezahle ich natürlich nicht nur meine allgemeinen Lebenshaltungskosten (Essen, Trinken, Freizeit, Internet und so…) sondern auch meine Miete in einer Großstadt. Letztens fiel mir dann auf, dass ich finanziell gesehen unter Hartz IV Niveau lebe.

Zugegebenermaßen hat mich das doch ziemlich irritiert denn ich komme sehr gut mit meinem Budget aus und fühle mich sehr wohlhabend. Für jemanden, der nur darauf achtet, was er alles nicht hat, wäre das allerdings wohl kein zufriedenstellender Zustand. Mein persönliches Prinzip ist da die Wertschätzung von Gegenständen. Ich bin bei weitem keine Minimalistin und werde es wohl auch nie werden denn dazu sind mir gewisse Gegenstände, die mir das Leben einfacher und schöner machen viel zu wichtig. Um mal ein paar Beispiele von Gegenständen, die ich mir geleistet habe und nicht wieder hergeben möchte zu nennen:

  • Meine guten k2-Inliner: Die habe ich mir letztes Jahr erst gekauft, damit schon unzählige Kilometer zurückgelegt und bin sehr sehr froh darüber, sie zu besitzen, so viel Spaß bringt mir das Inliner fahren.
  • Eine (gebraucht gekaufte) Messerschmidt Culina Küchenmaschine: habe ich mir kurz nach meinem Umzug gekauft da meine Mutter eine ähnliche hat und ich einfach auf den Komfort einfach nicht verzichten mochte. Zudem hat mich das Nicht-Besitzen so einer Maschine wirklich gestört da ich nicht mehr einfach so Gemüse raspeln oder Getreide mahlen konnte.
  • Das HP EliteBook 8560p: auf das Ding bin ich wirklich unglaublich stolz. Ich habe mich monatelang über den Kauf und die technischen Möglichkeiten von gebrauchten Businessnotebooks schlau gemacht bis ich dann vor etwa eineinhalb Jahren schließlich meinen ersten eigenen Computer in den Händen hielt. Für mich bedeutet dieser Laptop ein ganz großes Stück Freiheit und Selbstständigkeit.
  • Klingt komisch aber mein supergemütlicher Schwingsessel vom Möbelschweden kommt auch mit auf diese Liste. Den konnte ich auch kurz nach meinem Umzug in der Fundgrube als ehemaliges Ausstellungsstück ergattern.
  • Von meinem Weihnachtsgeld habe ich mir außerdem eine gebrauchte Nähmaschine geleistet. Die würe ich wirklich als puren Luxus bezeichnen, schließlich bin ich (noch?) nicht so eine fleißige Nähbiene und brauche sie auch nicht dringend für irgendwas. Demnächst werden mal Gardinen für das Bruderherz genäht. Jedenfalls bin ich ziemlich stolz, so ein tolles Ding zu besitzen.

Dem ein oder anderen mag es aufgefallen sein: in dieser Liste stehen weder ein Porsche noch vergoldete Türklinken. Richtig, auf so etwas sollte man natürlich mit einem geringen Einkommen verzichten. Auch zum anstehenden Urlaub auf den Kanaren wurde ich von meinen Eltern eingeladen. Und auch wenn ich mir sicher bin, dass dieser Urlaub wunderschön wird: Ein selbst bezahlter Campingurlaub an der Ost- oder Nordsee würde für mich genauso Wohlstand bedeuten. Meiner Meinung nach sind wir in Deutschland mittlerweile auf einem Level angekommen, an dem jeder Mensch Wohlstand erleben kann wenn er nur bewusst lebt und das Erreichte wertschätzt. In meinen Augen ist ein für deutsche Verhältnisse armer Mensch schon sehr wohlhabend. Alles darüber ist nicht selten einfach nur „leeres investieren“ von Geld, was keinem Freude bringt. Ab einem bestimmten Punkt bringt es einfach nichts mehr und je weniger Geld man hat desto genauer denkt man über die Anschaffungen nach, desto zufriedener ist man mit diesen Entscheidungen schlussendlich und desto höher ist schließlich die Dichte an (Alltags-) Gegenständen über die man sich wirklich freut.

Auf mich persönlich bezogen komme ich sogar zu dem Fazit: besser wenig Geld als zu viel. Das tut mir besser und auch der Welt um mich herum.

Kurzes Update

Zu mehr fühle ich mich gerade nicht im Stande, ich habe mehrere Entwürfe von Posts aber so richtig gelingen will mir gerade keiner.

Abgesehen davon geht es mir gerade so gut wie schon lange nicht mehr. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass die Beschwerden (Depression, Probleme mit Menschen zu interagieren, gestörter Tages-Nacht-Rhyhmus aber auch wirklich körperliche Probleme), die ich hatte, die Symptome eines Bore-out-Syndroms waren. So widersprüchlich es klingt: Ich hatte „beruflich“ (ich mache gerade ein freiwilliges ökologisches Jahr) nichts zu tun und das hat mich fertig gemacht wie sonst nichts. Ehrlich, dagegen war die Abiturzeit nichts (auch wenn ich mich da sowieso nicht besonders habe stressen lassen)!

Jedenfalls hat es dann über Weihnachten und Neujahr klick bei mir gemacht und ich habe realisiert, dass es zwar bis jetzt eher negative Auswirkungen auf mich hatte, dass dieses Jahr aber wirklich eine unglaubliche Chance ist, selber Dinge auf die Beine zu stellen und sich selbst auch endlich mal außerhalb der Schule „auszutesten“. Auch wenn ich erstmal gewisse Anlaufschwierigkeiten hatte, würde ich mittlerweile sagen, dass ich über die Bore-out Phase hinweg bin. Diverse Fahrradtouren wollen geplant werden und auch ansonsten tanzt im Büro gerade der Bär. Gestern haben eine gute Freundin (und gewissermaßen auch „Kollegin“) von mir und ich eine ca. 40 km lange Fahrradtour von Nordfriesland bis Flensburg gemacht um das schleswig-holsteinische Wanderlastenrad von der letzten Ausleihstation zur nächsten zu bringen. Das hat wirklich unglaublich viel Spaß gemacht und nach genau solchen Geschichten bin ich immer wahnsinnig froh darüber, dass wir so etwas einfach nur so in unserem Alltag machen dürfen!

SONY DSC

Mittlerweile bin ich mir auch ziemlich sicher, dass ich das FÖJ bis zum Ende (also bis Ende Juli) durchziehen werde. Es steht einfach so viel tolles an und das möchte ich mir -gerade jetzt wo ich mich hier wohl fühle- nicht nehmen. Also alle, die in Erwägung ziehen, ein FÖJ in Schleswig-Holstein beim Koppelsberg zu machen, kann ich nur dazu ermuntern, sich zu bewerben! Natürlich habe ich damit nicht nur positive Erfahrungen gemacht, allerdings habe ich viele enorm wichtige Erfahrungen gemacht und bin glaube ich auch ein ganzes Stückchen reifer geworden.

Mein Studienwunsch hat sich übrigens auch geändert. Wollte ich vorher noch eher in den Informatikbereich gehen, so hat es sich in der letzten Woche eher in Richtung Biologie/Ökologie gewandelt. Nachdem ich sowieso einige Zweifel bezüglich meines ursprünglichen Wunsches hatte, habe ich mir nochmal gründlich Gedanken darüber gemacht, was mir momentan am FÖJ gefällt und in was für einem Beruf ich später arbeiten möchte. Nur im Büro zu arbeiten (wie es momentan an manchen Tagen vorkommt) kann ich mir nämlich nicht vorstellen. Leider geht mit diesem Entscheidungswandel auch die Entscheidung für einen Wohnort außerhalb Schleswig-Holsteins einher, was zwar keine Katastrophe für mich darstellt aber schon irgendwie traurig macht. Ich liebe Schleswig-Holstein! Andererseits würde ich meinen Master sowieso gerne im (skandinavischen) Ausland machen und wo ich die 3-4 Jahre vorher wohne, ist dann auch nicht mehr so wichtig. Es ist ja zum Glück auch immer noch Niedersachsen, also im Prinzip immer noch Norddeutschland.

Ahoi!